Donnerstag, 2. Januar 2025

Fressen und gefressen werden......

Gestern Abend, Urs und ich waren beim Abendessen schlug etwas gegen die Aussentüre vom Ess/Wohnzimmer. Ja richtig, Urs und ich essen ab und zu zusammen, so am Heiligabend und eben gestern am Neujahrstag. Solange es friedlich zu und her geht warum nicht. Hier draussen sind wir aufeinander angewiesen ob uns das lieb ist oder nicht.

Ich auf Urs, dass er die Einfahrtstrasse freihält (Schnee pflügt) und Urs, dass ich ihm die Wäsche mache, er Strom und Wasser von mir beziehen kann. Für mich ist das so o.k…..wie gesagt, solange Urs sich mir gegenüber anständig und respektvoll verhält, stimmt es so für mich.

Gestern als wir beim Essen waren, schlug etwas gegen die Türe. Mit einem „holy moly“ was war das denn? Machte ich das Aussenlicht an und sah, dass gleich beim Haus eine grosse Eule im Schnee sass. Um sie lagen überall Federn auf dem Schnee. Mein erster Gedanke war, dass sie sich irgendwie verletzt haben könnte. 

Als ich aber etwas genauer hinsah sah ich, dass sich unter ihr etwas Befiedertes bewegte…sie hatte sich ihr Abendessen geschlagen. Nach den Federn zu urteilen muss die Eule eine Grous erwischt haben.




Ich habe schon mal geschrieben, dass die Grous das Vogelfutter am Boden zusammensuchen, das die Vögel verschwenderisch aus den Futterkästen schmeissen.



Die Futtersuche ist ihr nun zum Verhängnis geworden. Als ich später noch einmal nachschaute, war die Eule zum Fressen unter die  Bäumen umgezogen, wo es keinen Schnee hat.

Das ist der Lauf des Lebens…..fressen und gefressen werden…in der Natur eine Normalität.

Montag, 23. Dezember 2024

Es ist wieder so weit...

 

Sie ist wieder da, die viel besungene, besinnliche und stille Zeit. Diese paar Wochen im alten Jahr, die möchten wir so friedlich und harmonisch gestalten wie nur möglich. So ist das Bild das wir von der Adventszeit und Weihnachten haben, so sollte sie sein. 

Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, war es da eigentlich anders? Ruhiger und besinnlicher?
Für meine Mutter war damals diese Zeit bestimmt auch stressig…nur hat man das Wort „Stress“ nicht wirklich verwendet, schon gar nicht im Zusammenhang mit Essen kochen, Putzen und Einkaufen!

Wie an Weihnachten üblich, hat man bei uns in der Familie Menschen die allein waren, am Heiligen Abend zum Abendessen eingeladen. Wie viele zu der Zeit, hatten auch wir kein Auto um zum Grosseinkauf zu fahren. Das, was wir nicht selber im Keller hatten, haben wir Kinder zu Fuss oder mit dem Fahrrad beim Bäcker, Metzger oder im kleinen Coop im Dorf, gekauft.

Auch den Weihnachtsbaum hat Vater immer selber im Wald geholt (wir durften das 😊).

Wenn am Heiligabend nach dem Essen alle in der warmen Stube um den Weihnachts-baum sassen, hätte man sagen können, es war besinnlich und friedlich. Der Duft der echten Kerzen, Weihnachtsguetzli auf dem Tisch, keinen „Run“ auf Geschenke, kein Handy das signalisiert, dass eine Nachricht wartet, auch Fotos hat kein Mensch gemacht…man war einfach nur da.

Ein Geschenk durften wir Kinder am 24. Dezember auspacken. Dann gab es noch eins oder auch zwei die man dann an Weihnachten aufmachen durfte. Aber was ich immer gern vom Baum stibitzt habe, das waren die Baumschmuck Schöggeli. Gibt es den Baumschmuck aus Schokolade eigentlich noch?

 Was für mich in Kanada sehr gewöhnungsbedürftig war und immer noch ist, dass man den Christbaum schon oft ende November im Haus stehen hat….natürlich einen künstlichen mit elektrischen Lichter. Die dann meistens oft auch fast den ganzen Tag über leuchten.

Aber nichts kann den Duft von echten Kerzen an einem Baum ersetzen. Wenn dann manchmal noch ein Knistern entsteht, weil ein Flämmchen einen Zweig erwärmt…

Dann riecht man Weihnachten…

 

In diesem Sinn euch allen überall auf der Welt....ruhige und besinnliche Weihnachten.


Donnerstag, 5. Dezember 2024

We si rede...

 



D’Beckerei-Sägesser

I dr Dorf Beckerei-Sägesser packt em Beck sy Frou s’Brot y und seit: „Äbä Frou Brülisouer, mir hei de dr Lade für fasch vier Wuche zue. Mir tüe üsi Bachstube chlei modernisiere und das brucht haut si Zyt.“ „Ja, isch guet,“ het d’Frou Brülisouer gseit und e länge Süfzger la gaa. „Wo söu i de i dere Zyt ömu ou mis Brot choufe? Das vom Beck isch haut gäng no s’Beschte.” „Je nu,” seit Beckersfrou, „es isch ja nume für knapp e Monet.“

 

Uf em Heiwäg ebchunnt der Frou Brülisouer Egger‘s Bethli. Me kennt sech u me grüesst sech und Frou Brülisouer fragt nache: „Sit dir hüt scho i dr Beckerei-Sägesser gsi? Sie tüe drum de ab dr nächschte Wuche dr Lade zue, Bachstube wärdi renoviert… oder so, we da nume nüt angers drhinger steckt.“ „ Ja was dir nid sägit,“ git s‘Bethli zrügg, „de muess i dänk de ou no verby. Wo chouft me de i dere Zyt, wo Sägesser‘s zue hei s’Brot? D’Nussgipfle hani haut ou am liebschte vom Sägesser-Beck.“ „Eh es sig ja nume für ne Monet, het Frou Sägesser gseit.“ Die zwo Froue verabschide sech und jedi geit ihre Wäg und macht sech ihri Gedanke.

 

Deheime i dr Chuchi packt s‘Bethli ihri Nussgipfle us. Hans, em Bethli si Maa luegt ou i d‘Chuchi und fragt: „Hesch Nussgipfle gchouft? Machsch es Gaffee? De chämti de ou grad.“ Wo die Zwöi so am Zvieri hocke seit s’Bethli: „Dr Sägesser-Beck tuet zue!“ Hans steut sis Tassli wieder ab… „So, isch es jetz by däm ou so wyt. Zerscht geit Tanksteu zue, de Poscht und jetz dr Beck. I ha gäng gmeit sis Gschäft loufi guet? Je nu so cha mes tüüsche. Aber, wo choufe mer jetz de s’Brot und Nussgipfle?“

 

Am Aabe im Bäre am Stammstisch macht die Nöiikeit vo dr Beckerei sofort d’Rundi.

Marti’s Rüedu seit: „Vo däm weiss i nüt und i ga mit em Sägesser Wernu jede Donnschtigaabe i Männerchor.“ „Ja über settegi Sache redt me haut o nid grad gärn,“ meint Sigrischt Kobi.“ Dr Bärewirt steut em Egger Hans es Bier häre u fragt: „Hans, wohär weisch du de, dass dr Sägesser zue tuet?“ Eh my Frou s’Bethli isch hüt mit däm heicho. D‘ Frou Brüslisouer heigis verzeut…d’Frou vom Beck heig is ihre grad säuber verzeut.“

Der Bärewirt fahrt sech düre Bart und seit: „So so, d’Brülisouere, ja die ghört ja sogar s’Gras wachse, da wunderets mi nüt.“

Da mischt sech eine vom Näbetisch y u seit: „Mo mou es stimmt scho, d’Beckerei isch ab dr nächschte Wuche zue. Mir boue em Sägesser- Beck si Bachstube um und drum müesst dr öies Brot für ne Monet i d’Migro go choufe…gschäch nüt bösers.“

D’Männerrundi am Stammtisch würkt fasch chlei verläge. Me luegt sech läng aa und de bricht es Glächter us….

Martis Rüedu seit: „I ha nech ja gseit i wüssi nüt vo däm, heit dr würklech z’Gfüehl dr Wernu chämti no cho singe, wenn es mit dr Beckerei bachab giengti?“

Montag, 25. November 2024

Winter

 

Es ist Winter geworden, genau zur richtigen Zeit. Seit einer Woche schneit es fast täglich. Nur gestern Sonntag (24. Nov.) da regnete es plötzlich in die weisse Pracht und der Schnee fiel in sich zusammen und es wurde sehr rutschig. Bis jetzt war es noch nie richtig kalt. Ab der nächsten Woche sind die Wettervorhersagen bis -10° in der Nacht. Ab minus -6° darf ich nicht vergessen über Nacht im Powerhouse den kleinen Heizkörper einzustecken, sonst könnte das Wasser, da wo es aus dem Boden kommt einfrieren.


Unter den grossen Tannen die nah beim Haus stehen - 3 grosse und 1 kleinere - bleibt es lange Schneefrei. Aus diesem Grund habe ich die meisten der Futterstationen für Vögel und Eichhörnchen unter diesen Bäumen platziert. Aber es gibt noch 2 andere auf der anderen Seite vom Haus. Viele Futterplätze = viele Besucher!  :-)


Jeder nimmt sich was er braucht....auch die Grouse. Sie sucht am Boden zusammen was die Vögel und die Eichhörnchen verschwenderisch fallen lassen. Es ist schön dieses "Kommen und Gehen" zu beobachten. 
Die nächsten 6 Monate werden wir uns wieder aneinander gewöhnen...ich freue mich! 





Freitag, 22. November 2024

Ein neuer Abschnitt.....


 Manu ......4 Winter zurück.....

Das Leben wird weitergehen.....

Am 19. November habe ich nun auch mein Manu-Mädchen weiterziehen lassen. Der Zeitpunkt war richtig, denn bei dem vielen Schnee, wo wir schon wieder haben, hätte Manu nicht mehr laufen können. Manu war schon länger nicht gesund. Ihr kleiner Körper war voll von Geschwüren und Beulen…innen und aussen. Auch eine starke Abnützung der Gelenke machte sich immer mehr bemerkbar. Für die Arthrose bekam Manu jeden Monat eine Spritze und solange sie keine Schmerzen hatte, sollte es ihr gut gehen. Ich hatte meinen Alltag ganz auf mein Mädchen eingestellt. Seit Chica ihr „Gschpänli“ nicht mehr mit uns war, konnte ich Manu nicht mehr lange allein lassen. Irgendwie war ich deswegen ständig unter Zeitdruck. Wenn schon der Weg nach Creston und zurück eine Stunde dauert, bleibt nicht viel Zeit übrig um Dinge zu erledigen. So fuhr ich öfters weg, dafür nicht so lange.                                                  

Jetzt bin ich ohne Hund, seit 24 Jahren bin ich ohne Hund…was sehr gewöhnungsbedürftig ist. Über die Jahre hatte ich 3 Boxer, eine Bernerin, einen Maremma und Manu, ein Border Collie – Blue Heeler Mischling. So viele verschiedene Temperamente und Charakteren. Oft verspielt, mal eigenwillig und stur und mehr oder weniger einfach im Umgang. Aber alle waren liebenswerte, treue und anhängliche Begleiter für mich. Sie bestimmten mein Leben oder besser: Ich stellte mein Leben auf meine Tiere ein, sie WAREN mein Leben.

Und jetzt? Jetzt werde ich mich mal um mich kümmern und ich habe ja noch Kater Beni. Jetzt geniesse ich mal den kommenden Winter und schau was das Leben so bringt. Ich muss erst wieder lernen nicht erst zu checken ob jemand etwas braucht, raus will, Hunger hat oder kuscheln möchte.

Gestern war ich allein --- zum ersten Mal seit Jahren oder überhaupt --- für einen Walk. Eine Stunde lang bin ich über den verschneiten Berg gewandert, es hat mir gutgetan und ich werde die täglichen Walk‘s auch weiterhin machen, halt ohne Begleitung.

Sonntag, 13. Oktober 2024

Was für eine schöne Zeit.....





Moorpappeln....

Was für einen wunderschönen Herbst wir dieses Jahr haben, unglaublich. Dieser blaue Himmel, die goldenen Blätter der Pappeln und Birken. Wir haben in unserer Gegend nicht so viele Laubbäume, das vermisse ich ein bisschen…trotzdem…alles ist da um das Herz zu erfreuen.

Das Feuerholz für den Winter hat seinen Platz beim Haus gefunden und der Holzofen spendet seine Wärme schon seit ein paar Wochen. Die Temperaturen sind jetzt nachts um die null Grad und tagsüber selten über 15°-18° was durchaus normal ist.

Jetzt muss ich mich nur noch um die am Boden liegenden Blätter kümmern, aber auch das werde ich noch schaffen. Dann die Gartenschläuche zusammenrollen und ins trockene bringen. Jedes Jahr tue ich mich schwer die Blumen und Töpfe wegzuräumen. Trotz zweimal minus Temperaturen halten sie sich tapfer und blühen einfach weiter. Darum werde ich so lange wie möglich warten mit dem entsorgen.

Meine lieben Besucher kommen immer wieder vorbei um das letzte Grün wegzugrasen. Seit ich keinen «Wachhund» mehr habe kommen sie immer näher…

Mutter und Tochter.....mal hinter dem Haus, 

mal neben dem Haus…

sie lassen sich auch nicht stören, wenn sie mich sehen. Chica hatte sie immer verbellt, Manu schert sich nicht um die Vierbeiner.

Wie schon erwähnt, ich lebe jetzt allein im Haus. Obschon Urs mehrmals täglich vorbeikommt oder anruft, geht es mir gut. Es ist taff Grenzen zu ziehen. Durch das, dass ich vorher immer alles erledigt habe, muss Urs viel lernen. Er probiert, ob er mir die Dinge nicht weiterhin überlassen könnte…so im Sinne von: «Du hast das doch immer gemacht und weisst wie’s geht»…oder «ich kann es nicht lesen, ist alles so klein gedruckt.» und so weiter. Für Urs wäre es selbstverständlich, dass ich weitermache wie bisher, kostenlos natürlich Ich helfe gern, aber ausgenutzt wurde ich nun lange genug. Es ist auch für mich ein Prozess vom Loslassen. Auch ein ausprobieren wie die Nachbarschaft auf Dauer funktionieren wird…. 

Freitag, 4. Oktober 2024

Herbst


Anfang Oktober und ich bin mitten drin in den herbstlichen Arbeiten und Vorbereitungen für die kältere Jahreszeit. Im Moment komme ich mir oft vor wie eines "meiner" Eichhörnchen. Ein emsiges Schaffen, Umräumen, Wegräumen Auffüllen und Vorsorgen ist angesagt. Das wunderschöne Herbstwetter das wir seit Wochen haben, macht das Arbeiten draussen einfacher.  Zwar ist es tagsüber kühl, aber sonnig und angenehm. 

Vor zwei Wochen wurde mein Feuerholz mit einem Lastwagen angeliefert und vor dem Gartentor ausgeladen. So schnell mir mein Körper erlaubt, werde ich das gespaltene Holz zum Haus transportieren und aufschichten. Ja, es strengt an und man spürt die alten Glieder ein bisschen mehr als normal, but that’s o.k.  

Viel schlimmer wäre es, wenn ich kein Feuerholz hätte! Wie dankbar bin ich für meine Gesundheit die mir erlaubt, noch einen Winter hier zu bleiben. Es wird mein vierundzwanzigster sein, ich kann erahnen was auf mich zukommt…ich freue mich…

Die Pappeln die beim Haus stehen, lassen jeden Tag mehr Blätter fallen. Ob mich das stört? Ja vielleicht ein bisschen… Vor ein paar Tagen habe ich die  ganzen Blätter zu einem Haufen zusammen gerecht. Ich lasse das Laub an geschützten Stellen als Haufen liegen, damit kleine Tiere einen Unterschlupf für den Winter haben. Alles war gut und sah ordentlich aus. Kurz darauf gab es einen stürmischen Tag und das ganze Laub verteilte sich wieder auf dem Rasen. Jetzt muss ich Prioritäten setzen… mein Fokus liegt auf dem Feuerholz.

Hatte ich schon geschrieben, dass ich seit ein paar Wochen allein im Haus lebe? Natürlich kommt Urs mehrmals am Tag bei mir vorbei, was mich nicht stört solange er sich “anständig“ benimmt. Wie lange er noch in seinem Wohnwagen leben kann - es gab in der Nacht schon minus Temperaturen – man wird sehen.

Herbstzeit ist auch Suppenzeit. Ich koche gerne Suppen als Vorrat vor.  Man kann überall an den Marktständen (in Creston) bei den Farmer, Herbstgemüse kaufen.

Die Kürbisse liegen tonnenweise aufgeschichtet in verschiedenen Sorten, Formen und in leuchtenden Farben für den Kauf bereit. Ich mag Kürbis Suppe aber ich koche auch Fleisch- und Gemüsesuppe ein. Das mache ich, weil ich aus Erfahrung weiss, bei Stromausfällen ist es super, wenn man eine Suppe aus dem Gefrierfach nehmen kann und auf dem Holzofen heiss machen. Darum schätze ich den Holzofen sehr, ohne ginge es nicht. Man stelle sich vor: Es sind -20°, der Strom geht weg…oft für Stunden…und man hätte keinen Holzofen, der doch wenigstens ein Teil vom Haus warmhält. Ein anderes Problem ist das einfrieren des Wassers, wenn der Strom weg ist…aber daran denke ich jetzt nicht! 

Die Blumen sind immer noch schön und voll am Blühen, das verdanken wir dem tollen Herbstwetter und den einigermassen soliden Temperaturen. Ich lasse sie noch stehen und erfreue mich daran. Das Wegräumen von all den Blumentöpfen und Pflanzen wird wohl meine letzte Arbeit sein, bevor der Schnee kommt. Letztes Jahr wurde es Anfang November Winter…

Ich freue mich auf die ruhigen Tage, wenn der Schnee leise fällt und man sich die Zeit zum Lesen, Basteln oder einfach nur zum „Sein“ nehmen kann.

In diesem Sinn wünsche ich euch allen einen guten Herbst.

Alles Gute für das neue Jahr

  I ch stehe draussen vor dem Haus und schaue zu den Sternen, die am klaren Winterhimmel leuchten. In 3 Tagen wird der Mond voll sein, viell...